Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) hat bei einem Erfahrungsaustausch ein positives Feedback zu ihrem Kooperationsprojekt mit Schulen und Betrieben zur Förderung der dualen Ausbildung erhalten. „Seit dem Beginn des Projektes im Jahr 2002 haben wir bisher 274 Kooperationen vermitteln können. Rein rechnerisch entsteht also eine neue IHK-Kooperation pro Monat – Tendenz steigend!“, betont Ute Horstkötter-Starke, Geschäftsführerin Berufliche Bildung bei der IHK.
Sie freut sich, dass auch nach mehr als 20 Jahren die Nachfrage von Unternehmen und Schulen ungebrochen sei. „Die regionale Wirtschaft strengt vielschichtige Bemühungen an, Kontakte zu Schülerinnen und Schülern aufzubauen“, so Horstkötter-Starke weiter. Aber auch für Schulen seien die IHK-Kooperationen wichtiges Element im berufsorientierenden Unterricht. „Viele Schulen haben daher Vereinbarungen mit mehreren Unternehmen parallel geschlossen.“
In der Veranstaltung zum Erfahrungs- und Informationsaustausch der Kooperationspartner ging es unter anderem um die Wirksamkeit von Berufsorientierungsmaßnahmen zwischen Schulen und Unternehmen, und wie diese Maßnahmen konkret umgesetzt werden können. Christian Sommer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Paderborn, teilte seine Forschungsergebnisse mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Er verwies insbesondere auf die Wichtigkeit einer abgestimmten und aufeinander aufbauenden Berufsorientierung: „Beruflich gut orientierte Jugendliche bewerben sich aktiver und weisen ein geringeres Belastungsempfinden sowie eine höhere Zufriedenheit in der gewählten Ausbildung auf“, so Sommer. Einen hohen Stellenwert für die Berufsorientierung der Jugendlichen nähmen Betriebspraktika und andere Praxiserfahrungen wie Berufsfelderprobungen ein, „wenn sie schulisch gut vor- und nachbereitet sowie im Unternehmen begleitet werden“.
In einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern von Schulen und Unternehmen wurden Gute-Praxis-Beispiele vorgestellt und erörtert: Die Profilschule Fürstenberg, eine Sekundarschule in Bad Wünnenberg, hat als wichtigen Bestandteil der Vereinbarungen mit ihren Kooperationsunternehmen die AG „freiwilliges Praktikum“ für ihre Schülerinnen und Schüler im Portfolio. Die Schüler können regionale Betriebe auswählen, in denen sie über einen längeren Zeitraum Ausbildungsberufe kennen lernen.
Irmhild Jakobi-Reike, Schulleiterin der Profilschule Fürstenberg, erläutert das Ziel der AG: „Die Kern-DNA unserer Schule ist die Vorbereitung auf den Beruf, sodass unsere Schülerinnen und Schüler fundierte Entscheidungen treffen können. Hier ist das Projekt „AG – freiwilliges Praktikum“ ein wichtiger Bestandteil unseres Berufsorientierungskonzeptes.“ Und es ist erfolgreich.
Reinhard Piepenbrock, Geschäftsführer der PIETEC Feinwerktechnik GmbH & Co. KG aus Bad Wünnenberg und Kooperationsbetrieb der Schule, betont: „Das Ergebnis spricht für sich. Alle Ausbildungsplätze für dieses Jahr sind bereits seit Januar besetzt. Wir wecken mit dem Projekt das Bewusstsein für die Wertigkeit der dualen Ausbildung.“
Auch Hans-Werner Luckey, Geschäftsführer der Luckey GmbH, ebenfalls aus Bad Wünnenberg und Partnerbetrieb, ist begeistert von der AG und führt aus: „Die Kontinuität und die Weiterentwicklung der „AG freiwilliges Praktikum“ ist der Erfolg. Wir binden viele Mitarbeitende aus dem Unternehmen mit ein. Somit lernen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler das gesamte Unternehmen kennen.“ Die AG freiwilliges Praktikum trage daher doppelt Früchte: sie fördere die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und trage gleichermaßen zur Stärkung des Mittelstandes im ländlichen Raum bei.
Im zweiten Praxisbeispiel ging es um die Auswertung und Planung von Berufsorientierungsmaßnahmen. Holger Dunker, Studien- und Berufswahlkoordinator an der Von-Zumbusch-Gesamtschule in Herzebrock-Clarholz, stellte den schulinternen Arbeitskreis „Schule-Wirtschaft“ vor und erläuterte die Vorteile der Initiative:
„Unser Arbeitskreis ermöglicht es uns, in den direkten Austausch mit den Betrieben vor Ort zu gehen. So können sowohl die Gesamtschule als auch die teilnehmenden Betriebe gemeinsam zielgerichtete Lösungen für die Herausforderungen in der Berufsorientierung entwickeln.“
Im Anschluss nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Erfahrungsaustauschs rege die Möglichkeit, sich zu Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben sowie weiteren Themen der Berufsorientierung auszutauschen und sich zu vernetzen.
Die IHK unterstützt allgemeinbildende weiterführende Schulen und ausbildende Unternehmen bei dem Aufbau langfristiger Partnerschaften. Informationen zum Projekt „Kooperation IHK-Schule-Wirtschaft“ erhalten Interessenten bei Monika Grundke, Tel.: 05251 1559-13, E-Mail: m.grundke(at)ostwestfalen.ihk.de, und Bodo Venker, Tel.: 0521 554-268, E-Mail: b.venker(at)ostwestfalen.ihk.de oder auf der Website unter www.ostwestfalen.ihk.de/ausbildung/fuer-schueler/kooperation-ihk-schule-wirtschaft.